Flugsportring Kraichgau e.V. SinsHEIM

mehr als nur Flugsport!

 

Blog

Mitte November 2015 waren wieder einmal insgesamt 24 Flieger der älteren Generation und ihre Frauen zu einem Treffen unterwegs, diesmal in Eppingen. In dieser Stadt war unser unvergessener Eugen Wieser bereits im Jahr 1928 fliegerisch aktiv mit selbstgebauten Segelflugzeugen und später auch mit Motorflugzeugen.
Auf Vermittlung unseres Mitgliedes Reinhold Stiefel konnte eine exzellente Stadtführerin im Kostüm einer historischen Kaufmannsfrau gefunden werden.
Frau Birgit Tuischer, sie ist eine Klassenkameradin von Reinhard, zeigte uns die Schönheit der mittelalterlichen Fachwerkgebäude aller Stilrichtungen und aus verschiedenen Jahrhunderten. In Eppingen sind, anders als in Sinsheim, noch viele dieser Kleinode erhalten und sie werden fast alle vorzüglich gepflegt. Mit dem Zitieren vieler überlieferten Redewendungen aus dem Mittelalter und deren Bedeutung gab sie der Führung eine sehr authentische Note. Die sogenannte „Alte Universität“, ein prächtiges Haus, war bei ihrer Totalrenovierung in den 1980er Jahren fast vollständig abgebaut und wurde mit teils ersetzten Holzteilen wieder komplett neu errichtet. Dort sahen wir eine sehr aussagekräftige Ausstellung zum Thema „Tür und Tor in Stadt und Land“ des Sammlers Frank Dähling von der Raußmühle bei Eppingen.
Den Abschluss der Besichtigung bildete nach dem unvergleichlichen „Baumannschen Haus ein Besuch in der sehr alten, heute katholischen Stadtkirche mit ihren Fresken aus dem 13. Jahrhundert
Im Anschluss an die knapp zweistündige Führung fanden wir uns im Cafè Geier zu einem gemütlichen Beisammensein ein. Noch viel wurde geredet und erzählt und es war schon dunkel, als wir uns auf den Heimweg machten.

Dass stetiger Einsatz für den Luftsport auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, zeigte sich am 5.12.2015 auf überaus erfreuliche Weise. Unserem Mitglied Gerd Weinelt, bereits seit Jahrzehnten in unserer Vorstandschaft aktiv, Fluglehrer und aktiver Ausbildungsleiter des Flugsportring Kraichgau e.V. wurde eine Ehre zu Teil, welche wohl durchaus als äußerst selten betitelt werden darf: Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.
„Es ist wichtig, dass bürgerschaftliches Engagement öffentlich Anerkennung findet. Die heute geehrten Bürger haben oft über Jahrzehnte Ihrer Zeit, ihre Kreativität und ihre Tatkraft an andere verschenkt. Als Ministerpräsident erfüllt mich dies mit großer Dankbarkeit. Sie sind beispielgebend für die vielen Ehrenamtlichen in unserem Land“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seiner Laudatio.
Doch noch treffender ist der persönliche Teil der Laudatio, in welcher der Ministerpräsident explizit auf das Wirken von Gerd eingeht: „Gerhard Weinelt engagiert sich seit über 40 Jahren für den Luftsport. Dabei sind Ihm die Flugausbildung und die Jugendarbeit ein besonderes Anliegen.“
Ab seinem 17. Jahr wurde er aktiver Segelflugpilot, wie viele von uns auch. Soweit also nichts Ungewöhnliches. Sicherlich hat auch er damals nicht über einen Empfang im Weißen Saal nachgedacht und sicherlich nicht zu solch einem Anlass. Vielmehr ist dies ein Ergebnis von Leidenschaft für seinen, unseren Sport. Mehr als 20.000 Schulstarts, meist mit jugendlichen Flugschülern, hat er seit dieser Zeit absolviert und damit beigetragen, diese Leidenschaft auf die jüngere Generation zu übertragen, sie im positiven Sinne zu infizieren mit dem „Virus Fliegen“.
Auch Projekte außerhalb des Cockpits, z.B. der Anstoß zum Bau eines Schulgleiters vom Typ SG38, ließ viele Jugendliche Teil eines spannenden Abschnitts der Fliegerei werden. Heute fliegt dieser Schulgleiter noch immer, betreut durch den BWLV. Immer wenn dieses klassische Gerät am Himmel zu sehen ist, z.B. an den verschiedenen Flugtagen in Baden-Württemberg, denkt sicherlich auch der ein oder andere Pilot an diese interessante Zeit in der Werkstatt zurück..
Auch das Jugendlager muss an dieser Stelle genannt werden, wenn „von hinten“ die ruhige Stimme „und verflachen, verflachen, noch etwas..“ dem Flugschüler vorne Anhalt bot, die eigene Fliegerei weiter zu verfeinern.
Die Addition vieler kleiner Dinge ist es also – womit sich Gerd nicht nur im Berufsleben auskennt – welche Leidenschaft für die Fliegerei zum Ausdruck bringen und auch in nachfolgenden Generationen ein Feuer entfachen, später selbst nicht nur aktiver Pilot zu werden, sondern sich gleichermaßen für eine Sache nachhaltig einzusetzen. Nicht zuletzt bildet dies die Basis für die Ausübung unseres Sports, spannende Flüge, interessante Projekte, gemeinsame Leistungen oder große Wettbewerbs-erfolge.
Wer Gerd kennt weiß, diese Auszeichnung ist für Ihn kein Ende eines Abschnitts, sondern der Beginn neuer Taten. Uns bleibt daher nur Danke zu sagen, für die Leistungen in unserem Verein, sowie für den Luftsport im Allgemeinen. Für die Zukunft wünschen wir Dir aber vor Allem eines:
Weiterhin schöne Flüge, denn eines warst Du auch mit 17 schon, nämlich begeisterter Pilot..

Seit langer Zeit war der FSR Kraichgau e.V. bei der Wahl zum Sportler des Jahres nicht mehr vertreten. Zuletzt gelang unseren Mitgliedern Michael Neudel und Robert Beck mit Ihren Leistungen nominiert zu werden. Die Nominierung erfolgt durch die Rhein Neckar Zeitung (RNZ), ebenso die Abstimmung der Sportlerwahl.

Robin Kemter wurde nun für 2015 seitens der RNZ nominiert und am 19.11.2015 zur Verkündung der Wahlergebnisse nach Sulzfeld eingeladen.

Mit 7,89% der Stimmen wurde der 6.Platz unter den Sportlern im Kraichgauer Sportkreis erreicht. Im direkten Dialog konnte so auch die Fliegerei den anwesenden Gästen und Sportlern etwas näher gebracht werden.