Flugsportring Kraichgau e.V. SinsHEIM

mehr als nur Flugsport!

 

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Nach ein paar technischen Problemen rund um die Umstellung des Accounts, können wir nun endlich die neuen Impressionen der Saison präsentieren. Eindrücke vom Streckenfliegen, unser „Grillen in den Mai“ (Vielen Dank an unsere Ladies für die Organisation an dieser Stelle!) oder auch die ersten Flüge unserer Mitglieder, dies alles und mehr findet Ihr nun im Bild festgehalten unter:
https://www.flickr.com/photos/flugsportringkraichgau/

Also, schaut mal vorbei..

Text: FSR Kraichgau
Bild: FSR Kraichgau e.V.

Wie fühlt man sich beim ersten Start ohne Fluglehrer?

Segelfliegen ist ein ganz besonderer Sport, bei diesem gibt es Hürden, welche man bewältigen möchte. Umso schöner ist es dann, wenn man eine solche geschafft hat. Diese Erfahrung durfte ich machen. Der Erste Alleinflug ist im Segelflugsport, nach dem ersten Mal fliegen eines der größten Events. Jeder Segelflieger kann sich an diesen Tag erinnern, denn ab diesem Zeitpunkt gehört man zu den Alleinfliegern und darf selbst Entscheidungen treffen. Das interessante daran ist, dass man nicht weiß, dass man nun gleich zum ersten Mal alleine fliegen wird, man merkt es erst, wenn man im Flugzeug sitzt und der Fluglehrer den Fallschirm herausnimmt und die Frage stellt, ob man alleine fliegen möchte. Die Antwort lautete natürlich JA!!! Dann saß ich  zum ersten Mal alleine im Flieger, es war sehr still und ich war mega aufgeregt. Ich habe den Startcheck gemacht und mich komplett auf den Flug und das Flugzeug konzentriert.
Dann ging es los, das Windenseil straffte sich und ich wurde in die Luft gezogen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, ich alleine in der Luft. Es ist ein komplett anders Flugerlebnis wie mit Fluglehrer. Die Ruder reagieren anders auch die Trimmung hat ein anders verhalten. Nun war ich dort oben auf mich alleine gestellt. Dies war aber kein Problem, da ich diese Situation etwa schon 100 Mal vorher erlebt habe. Insgesamt hat mein Flug 5 Minuten gedauert. Diese Fünf Minuten sind mir aber wie 50 Minuten vorgekommen, weil ich so fasziniert von dieser Erfahrung war. Anderseits war ich aber auch traurig als ich wieder landen musste.
Der Erste Alleinflug wird auf dem Flugplatz immer mit bestimmten Ritualen gefeiert, man bekommt einen wunderschönen, stachligen Blumen-Sträucherstrauß, dieser wird mich immer an diesen Tag erinnern. Außerdem wird man von den Flugkollegen in den Kreis der Alleinflieger aufgenommen, dabei kriegt man ein paar auf den Hintern. Nicht zu vergessen, der Getränkekasten, damit man auch auf diesen Tag anstoßen kann und nicht auf dem Trockenen sitzt.
Ich war stolz auf mich, dass ich diese Etappe meiner Flugausbildung geschafft habe und ich denke jeder Segelflieger wird mir zustimmen, wenn ich sage das es ein unvergessliches Erlebnis ist, an das man sich sehr gerne zurückerinnert.

Text: Annina Müller
Bild: Annina Müller / FSR Kraichgau e.V.

Infobox Flugsportring Kraichgau e.V.:
Im Jahre 1953 gegründet, zählt der Flug-sportring Kraichgau e.V. zu den langjährig bestehenden Vereinen in Sinsheim. Mit rund 250 Mitgliedern, eigener Aus- und Weiter-bildung in Theorie und Praxis, ermöglicht er den kostengünstigen Einstieg in die  überaus faszinierende Welt des Luftsports.
Schnuppermitglieder können eine ganze Saison für lediglich 250€ in vollem Umfang an Flugbetrieb und Ausbildung teilnehmen.

Kontakt:
www.flugsportring-kraichgau.de
T: 07261 / 3005
Oder persönlich Mittwochs ab 19:00 Uhr, bzw. Samstags & Sonntags ab 11:00 Uhr auf dem Fluggelände

 20190526 alleinflug

Ein normaler Sonntag auf dem Segelflugplatz in Stichpunkten. Alle Zeitangaben MESZ.
Der Autor ist hoffnungsloser Optimist und gerade guter Laune, Abweichungen zur Realität sind nicht gänzlich ausgeschlossen.

06:30 Uhr: Energetisch aus dem Bett springen.

06:31 Uhr: große Freude darüber empfinden, dass man sofort topfit ist und keinen Kater hat, weil man den Kumpels gestern abgesagt hat und stattdessen einmal pünktlich ins Bett gegangen ist ("Sorry Leute, ich kann heute nicht, ich muss morgen fliegen ").

07:00 Uhr: nach einem gesunden und reichhaltigen Frühstück ( maximales Startgewicht beachten) den notwendigen Proviant für übertags einpacken. Vorsicht bei Süßwaren: Rationen sind grundsätzlich zu verdoppeln (Vereinskameraden!).

07:30 Uhr: Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnencreme einpacken. Außerdem Medical, Flugbuch, ggf. Ausbildungsnachweis, (Klein-) Geld.

08:00 - 08:59 Uhr: Anfahrt zum Flugplatz . Bei Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit Verzögerungen im Betriebsablauf rechnen.

09:00 Uhr: Aufrüsten bzw. Flugzeuge aus der Halle räumen und Tageschecks gewissenhaft durchführen. Die lose Mutter im Flugzeuginnenraum bemerken und wieder entfernen, nachdem sie der Fluglehrer wenige Minuten zuvor absichtlich dort platziert hat.

10:45 Uhr: Briefing. Ab sofort Thermikdeckel-Pflicht, allein schon aus Gründen des Corporate-Design.

11:00 Uhr: Erster Start des Tages. Sehr leichte Flugschüler erhalten ihre körperliche durch regelmäßiges Umhertragen von Zusatzgewichten.

13:00 Uhr: Mittagspause! Flugbetrieb wird unterbrochen, Umverteilung des zum Segelfliegen notwendigen Ballasts von Bleiplatten auf körperinterne Ressourcen möglich . Wer hat Lust auf ein Eis?

14:30 Uhr: Cumulusbewölkung wo man hinschaut, jetzt muss es schnell gehen. Innerhalb von einer halben Stunde sind fünf Vereinskameraden zum Überlandflug gestartet.

14:50 Uhr: Fast wurde ein Spornkuller am Flugzeug vergessen . Das ist gefährlich, deswegen kostet es den Piloten nach Flugbetriebsende einen Kasten Getränke fürs Allgemeinwohl! Widerrede zwecklos.

14:55 Uhr: Alle ausgeflogen. Der Flugleiter hält die Stellung.

15:04 Uhr: Hunde aus dem Landefeld vertreiben.

15:05 Uhr: Hundebesitzer aus dem Landefeld vertreiben.

17:00 Uhr: Einer der Überland-Piloten hat den Anschluss an die Thermik verloren und sitzt nach einer Außenlandung mit seinem Flugzeug 10 km entfernt auf einem Acker. Drei Leute machen den Anhänger startklar und fahren los, um ihn zurückzuholen.

17:45 Uhr: Vorsicht, die Ballöner kommen! Entweder gut zielen oder vor dem nächsten Windenstart die Höhe des Ballons erfragen.

18:20 Uhr: Zwei zu Null für den Kasten! Bei der letzten Landung des Tages wurde versehentlich die Bierlinie überrollt. Das ist nicht gefährlich, aber witzig! Ausserdem ist somit der Flüssigkeitsnachschub für den weiteren Abend gesichert.

18:30 Uhr: Flugzeuge putzen und abrüsten bzw. in die Halle einräumen.

19:00 Uhr: Geschafft für heute. Jetzt gemütlich zusammensetzen, sich über die heutigen Flüge unterhalten, und ggf. vom Fluglehrer den Ausbildungsnachweis ausfüllen lassen. Für Getränke - jetzt unter Umständen auch mit moderaten Alkoholgehalt - sollte gesorgt sein (siehe Kastenregelung).

19:15 Uhr: Die Rückhol-Mannschaft kommt wieder und setzt sich dazu, hat den mittlerweile schon erwarteten zweiten Kasten dabei.

Weiß-nicht-mehr-ganz-genau-wie-viel-Uhr-eigentlich-jedenfalls-spät: Abfahrt vom Flugplatz. Transport durch Verwandte oder öffentliche Verkehrsmittel dringend empfohlen, ansonsten Übernachtung in der Klause.

Noch später: ggf. Vollbad in After-Sun-Lotion.

Sehr spät: Erschöpft ins Bett fallen. Die vielen Eindrücke des Tages verarbeiten und schließlich sanft auf Wolke Sieben entschlummern.

Falls nachfolgend ein Feiertag, bitte von oben beginnen...

 

Autor Martin Köhl

 
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